Was ist die Konsumakademie ?

Konsum ist Teilhabe und sollte für jeden Menschen sorglos sein. Konsum sollte in einer Welt knapper Ressourcen neu gedacht werden. Konsum ist mehr als Kommerz. Konsum geht auch ohne Geld. Doch in einer Welt der Informations- und Warenfluten suchen kaufende Bürger*innen oft hilflos nach neuen Wegen, um sich von eingefahrenen Konsummustern zu befreien. Konsum ist zu einer Last für den Menschen geworden.

Unsere Konsumwelt ist komplex geworden. Überbordende Sortimente, undurchschaubare Informationen erschweren das tägliche Leben. Immer mehr Menschen suchen Auswege. Niemand will mit aktuellem Konsum die Welt der Enkelkinder gefährden. Niemand sollte eine Schuld übernehmen müssen, die durch andere Personen und deren Entscheidungen verantwortet wurde. Doch was sind die Wahlmöglichkeiten und wie kann das eigene oder gemeinsame Handeln zu einem Teil der Lösung werden?

Hier setzt die Konsumakademie mit ihren Angeboten an. Unsere Angebote, Seminare und Dienstleistungen beginnen im Alltag aller Menschen und zeigen neue Möglichkeiten und Wirkungsräume auf. Wir wollen dazu beitragen, dass Konsumenten sich von einer den globalen Lebensraum gefährdenden Wirtschaft emanzipieren können. Konsum soll für jeden sorglos werden. Dazu müssen wir Konsum neu denken.

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Das Thema Konsum scheint heute allgegenwärtig. Nie zuvor in der Geschichte der Menschheit war in der sog. westlichen Welt der Konsum jedes Einzelnen so immens und nie wurden gesamtgesellschaftlich so viele unnötige Dinge produziert. Dinge, von denen die meisten nach ein paar Jahren wieder auf dem Müll landen. Die privaten Konsumausgaben steigen dabei stetig an – in Deutschland im Jahr 2017 allein um 3,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf 1735 Milliarden Euro. Unsere Einstellung zum Thema Konsum ist seit der Industrialisierung großen Veränderungen ausgesetzt. In den dreißiger Jahren sagte John Maynard Keynes voraus, dass gegen Ende des zwanzigsten Jahrhunderts Technologien unsere Arbeit mehr und mehr ersetzen werden, sodass wir eine 15-Stunden-Arbeitswoche haben würden. Diese blieb aus. Was er jedoch nicht kommen sah, war der rasante Anstieg des Konsums, den eine überbordende Industrialisierung mit sich brachte. Bei der Wahl zwischen mehr Zeit oder mehr Konsum wählte ein Großteil mehr Konsum, für den nun weiterhin gearbeitet werden muss. So wurde aus der Arbeiterschaft des 19. Jahrhundert im 20. Jahrhundert eine Gesellschaft der Konsumenten. Heute sind wir im 21. Jahrhundert angekommen. Immer mehr Bürger wollen sich nicht mehr auf die passive Rolle “Verbraucher” reduzieren lassen. Ihr Konsum verändert sich.

Ein Europäer besitzt heutzutage durchschnittlich 10.000 Dinge. Doch die Dinge, die wir in den Regalen finden, sind oft von geringer Haltbarkeit und belasten zudem unseren Lebensraum. Man muss kein Konsumromantiker sein um zu erkennen, dass einige Produkte früher einfach besser waren. Wir stellen heute fest, dass die Bürger kaum Einfluss auf das haben, was in das Regal gestellt wird. Hersteller und Handel erzeugen Warenfluten, um die eigenen Gewinne zu steigern. Begleitend vermittelt die Werbung das notwendige Lebenskonzept, an dem die kaufende Bürgerschaft ihre Konsumentscheidungen orientieren soll. Die Möglichkeiten, Einfluss auf Produktentwicklung der Hersteller und das Sortiment des Handels zu nehmen, sind verschwindend gering. Selbst im politischen Handlungsraum werden nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft. Durch Crowdfunding, Reallabore, Design Thinking oder Livinglabs wird der Bedarf der Bürgerschaft nach partizipativer Produktentwicklung deutlich.

Die Lieferketten eines Produktes ziehen sich häufig über mehrere Ländergrenzen hinweg. Erschreckende Skandale gehören mittlerweile zum Alltag der Industrialisierung. So ist Bangladesch zum zweitgrößten Schneider für Europa geworden, obwohl die Arbeitsbedingungen dort ruinös und mit fragwürdigen Zertifikaten gut getarnt sind. Neben den dramatischen sozialen Auswirkungen auf die Arbeiter vor Ort, sind auch immer wieder unzulässige Chemikalien in den Textilien zu finden, welche Mensch und Umwelt dort und in Europa schädigen.

Die undurchsichtigen Lieferketten haben dazu geführt, dass sich die Verhältnisse und die Qualität der Produkte tendenziell verschlechtert. Mitbürgern unserer Welt wird unerträgliches Leid zugefügt, für dass niemand wegen seiner Kaufentscheidung in die Mitverantwortung gezogen werden will. Wer kennt schon die Schadfolgen der Lederproduktion, deren hochgiftigen Herstellprozesse unter abstrusen Produktionsbedingungen täglich Menschenleben gefährden, wenn nicht die Hersteller und der Handel selbst.

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Hinzu kommt, dass die Unternehmen in der Lieferkette durch intransparente Kostenstrukturen und Gewinnerwartungen den Endpreis zusätzlich erhöhen. Darum wird heute schon erkannt, dass eine regionale Produktion zu besseren und haltbareren Produkten führen kann – zu gleichen oder günstigeren Preisen. Die Bürger zeigen durch ihr geändertes Einkaufsverhalten, dass sie auf regionale Herstellung, Nachhaltigkeit und faire soziale Bedingungen großen Wert legen.

Die Natur kennt die stete Abfolge vom Werden und Vergehen der Dinge. Doch dem gegenüber steht, dass immer mehr Dinge immer kürzer nutzbar sind. Dies wird im Wesentlichen durch die Entscheidungen im Management von Herstellern und Handelsunternehmen herbeigeführt. Deren geplante Obsoleszenz führt zu einer immer kürzeren Produktlebensdauer, um so den Neukauf zu beschleunigen. Die Ziele der verkürzten Wiederbeschaffungszeiten sind Umsatz- und Gewinnsteigerungen. Hält eine Matratze beispielsweise nur noch acht statt zehn Jahre, steigt der Umsatz im Jahr um beträchtliche zwanzig Prozent. Die Dimensionen der geplanten Obsoleszenz sind für Konsumenten ein Buch mit sieben Siegeln. Intransparenz in Verbindung mit Markenführung vernebeln die Sicht. Unsere Beziehung zu den Dingen geht immer mehr verloren.

Die Beschleunigung von allem greift in immer mehr Bereichen der Wirtschaft Raum. Überzogene Kostenreduzierungsprogramme und Time-to-Market-Wettbewerbe beherrschen die Arenen im gehobenen und mittleren Management, die mit erheblichen Schadfolgen für den Menschen und unseren Lebensraum rücksichtslos ausgetragen werden. Selbst Arbeitsverhältnisse und Eigentumsverhältnisse an Unternehmen beschleunigen und verkürzen sich. Sie werden auf den globalen Takt eines Ressourcen verschleißenden Wettbewerbs eingestimmt. Arbeitnehmer werden eingetaktet und Konsumenten werden in der modernen Shareconomy zu zeitlich eingetakteten Nutzern. Die Zivilgesellschaft sucht auf vielfältige Weise nach Auswegen und will sich von einer ruinösen Globalisierung entkoppeln.

Die Müllberge schwellen weltweit in einem besorgniserregenden Tempo an und vernichten wertvolle Lebensräume. Viele Bürger haben daher schon ihr Einkaufsverhalten geändert. Den meisten liegt daran, die Dinge länger zu nutzen. Sind wir eine “Wegwerfgesellschaft” oder haben wir eine Wegwerfwirtschaft? In den Medien hören wir Wörter wie “Wegwerfgesellschaft”, “Verbraucher”. Diese Begriffe tragen dazu bei, eben jenes “Wegwerfen” als gegeben darzustellen. Ebenso schieben sie die Verantwortung von Hersteller und Handel auf die Bürgerschaft ab. Dabei tragen die Hersteller und Händler die Hauptverantwortung, indem sie schlechte Produkte ins Regal stellen, welche weder auf Haltbarkeit, Reparierbarkeit noch auf Kreislaufführung hin ausgerichtet sind. Der kaufende Bürger beansprucht zu Recht immer stärker, dass sich Hersteller und Handel an seinen und den gesellschaftliche Anforderungen orientieren.

Allen Warnungen vor dem Klimawandel zum Trotz: Die Menschheit macht einfach weiter wie bisher. Die Verantwortung tragen, ignorieren den gesellschaftlichen Auftrag oder Scheitern an der globalen Komplexität. Dabei handelt es sich um das dringlichste Argument, weshalb wir unseren Konsum neu denken müssen. Am 25. September 2015 wurden auf dem Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung 2015 am Hauptsitz der Vereinten Nationen in New York die 17 „Ziele für nachhaltige Entwicklung“ (SDGs) von der Generalversammlung der Vereinten Nationen entsprechend verabschiedet.

Um dem vom Menschen beschleunigten Klimawandel zu begegnen, müssten die weltweiten Treibhausgas-Emissionen bis 2050 um mindestens 50 Prozent sinken, in den Industrieländern um 80 bis 95 Prozent gegenüber dem Stand von 1990. Das nötige Umlenken hängt maßgeblich damit zusammen, wie wir uns als Menschheit zu den Themen Produktion und Konsum verhalten. Das SDG12 setzt daher auf eine gemeinschaftliche Neuorientierung von nachhaltiger Produktion und nachhaltigen Konsum.

Die Weltgemeinschaft hat das Problem erkannt. Die Ziele sind gesetzt. Wir brauchen einen Wandel hin zu einer für alle gedeihlichen Welt. Den globalen Rahmen dafür bieten dafür die UN-Nachhaltigkeitsziele (SDGs). Immer mehr wollen einen wirksamen Beitrag zu einer enkeltauglichen Welt leisten. Dort wo wir leben, wollen wir gestalten. Doch in den Möglichkeiten will sich zu Recht niemand eingrenzen lassen. Zu Recht diskutieren wir genauso über die Interessen Dritter, Schwächerer und der künftigen Generationen und suchen auch hier nach gemeinschaftlich tragbaren Lösungen. Als Mensch geboren, lernen wir unsere Beziehung zu den Anderen ebenso wie den Umgang mit Zeit, mit Dingen und mit Geld zu gestalten. Damit wir dies tun können, konsumieren wir, was uns unsere Umwelt dafür bietet. Wir brauchen in unserer modernen Konsumwelt eine gerechte Balance der Verantwortung aller. Wer als Hersteller der Welt Ressourcen entnimmt, trägt die Verantwortung für deren nachhaltigen und dauerhaften Nutzbarkeit über mehrere Zyklen.

Die kaufende Bürgerschaft darf und muss sich einmischen. Monetäre Märkte stehen gleichberechtigt neben den nicht-monetäre Märkten. Autarkie, Entkopplung, Regionalität und Dezentralisierung werden zu neuen Handlungsmöglichkeiten. Lebenslanges Lernen, globale Gemeinschaft, partizipative Märkte und digitale Kompetenzen ermöglichen neue Wirkungsräume. Die Konsumakademie ermöglicht jedem, daran teilzuhaben.

Konsum neu denken in Berlin.


Auf dieser Karte finden Sie bald Orte, an denen neuer Konsum gelernt werden kann.

Dazu zählen beispielsweise Repair Cafés, Bibliotheken oder Händler mit Weiterbildungsmöglichkeiten.

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Bleiben Sie in Ihrer Konsumbalance. Wir bieten Trainings für jede Altergruppe.

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Wir ermöglichen Bürgerinnen und Bürgern in der Konsumakademie als Konsumtrainer mitzuwirken. So kann man selbst an einer sinnstiftenden Tätigkeit teilnehmen und sein Einkommen aufbessern.

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Im Rahmen der Konsumakademie bieten wir auch Dritten eine virtuelle Plattform und in Absprache auch physische Plattform für ihre Veranstaltung im Bereich “Konsum neu Denken”. Akkreditierte Anbieter sind durch die Konsumakademie qualitätsgeprüft und werden gesondert ausgewiesen.

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